Nvidia Project Shield: Die Android Konsole mit Tegra 4

Project Shield: Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas konnte der Grafikkartenhersteller Nvidia eine kleine Überraschung aus dem Ärmel schütteln. Mit der ‚Project Shield’ stellte der Grafikchip-Spezialist eine...

Project Shield: Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas konnte der Grafikkartenhersteller Nvidia eine kleine Überraschung aus dem Ärmel schütteln. Mit der ‚Project Shield’ stellte der Grafikchip-Spezialist eine portable Spielekonsole auf Basis von Google’s Android vor, die der PlayStation und Xbox das Fürchten lehren könnte.

Die Nvidia Konsole besteht im Grunde aus einem Controller, der stark an den der Xbox 360 erinnert und einem aufklappbaren 5-Zoll-Touchsreen mit einer HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln. Das Display bietet eine Pixeldichte von 294 dpi. Als Betriebssystem kommt das aktuelle Android 4.2 Jelly Bean zum Einsatz.

Project Shield

Angetrieben werden soll der Nvidia Handheld durch den hauseigenen Tegra 4 Prozessor, der auf der CES ebenfalls offiziell angekündigt wurde. Der Tegra 4 Chip besteht wie bereits der Tegra 3 aus vier ARM-Kernen und einem Companion-Kern, der bei weniger rechenintensiven Aufgaben zum Einsatz kommt. Dadurch kann der Stromverbrauch verringert und somit die Akkulaufzeit erhöht werden.
Im Gegensatz zum Tegra 3, der zum Beispiel in der neuen Android-Konsole Ouya verbaut ist, ist der Tegra 4 jedoch mit Cortex-A15- anstatt Cortex-A9-Kernen bestückt. Die Grafikeinheit des Chips verfügt über insgesamt 72 Kerne und macht den Tegra 4 laut Angaben von Nvidia zum schnellsten mobilen Prozessor aller Zeiten. Gegenüber des Vorgänger-Chips wurde die Anzahl der Grafik-Kerne verachtfacht (der Tegra 3 verfügt über 12 Grafik-Kerne).

       

Nvidia betont, dass es sich bei der verwendeten Version von Android 4.2 Jelly Bean um ein ‚Stock Android’ handelt. Somit handelt es sich um ein ‚reines Android’, welches nicht extra für die Tegra-Konsole angepasst wurde (im Gegensatz zu Android auf der Ouya). Dies ermöglicht die Verwendung aller im Google Play Store angebotenen Android Apps und Spiele. Zusätzlich können Spiele über die ‚Tegra Zone’ von Nvidia selbst bezogen werden – Diese Spiele sind speziell auf den Tegra-Chip (und somit auch auf die Project Shield) optimiert. Doch das Spielvergnügen soll über die reinen Android-Games hinaus gehen.

Als Featured Games zählt die offizielle Project Shield Website die Spiele: Blood Sword: Sword of Ruin THD, Burn Zombie Burn!, Dead Trigger 2, Real Boxing, Rochard und Sonic The Hedgeog 4: Episode II!

Project Shield

Über den HDMI-Anschluss des Geräts kann auch auf dem großen heimischen TV gespielt werden. Inhalte sollen sogar in der 4K-Auflösung, besser bekannt als Ultra-HD mit 3840 x 2160 Pixeln, auf den Fernseher gestreamt werden können. Entsprechende TV-Geräte die diese Auflösung Unterstützung sind allerdings noch nicht für die breite Masse verfügbar. Und auch an Videos in der Hohen Auflösung mangelt es noch sehr stark.

Ein weiteres Feature mit dem Nvidia für seine Project Shield überzeugen möchte ist die Möglichkeit auch PC Spiele auf die Konsole zu streamen. Wer im Besitz einer Nvidia GeForce GTX 650 Grafikkarte oder höher ist, kann somit Spiele per Wlan vom Windows-PC auf die Konsole Streamen und mobil spielen. Alternativ können die Bilder vom PC über den HDMI-Ausgang der Project Shield auch auf dem großen TV ausgegeben werden. Per GeForce Experience Software soll dies auch für Steam-Games inklusive des neuen Big-Picture-Modus von Valve gelten. Allem Anschein nach sollen auch PC-Spiele über Nvidia’s Tegra Zone vertrieben werden.

       

Es handelt sich also nicht wie die Ouya um eine Konsole für reine Android Spiele – Nvidia geht einen Schritt (oder auch zwei Schritte) weiter. Da die Berechnung der Spiele auf dem (meist leistungsfähigeren) PC stattfindet, haben wohl auch die Konsolenhersteller Sony, Microsoft und Nintendo mit großer Konkurrenz zu rechnen – Und das nicht nur im Bereich der Handhelds wie dem 3DS oder der PS Vita. Mit den PC Versionen von Need for Speed: Most Wanted und Assassin’s Creed III wurde das Streaming-Feature der Nvidia-Android-Konsole eindrucksvoll demonstriert. Funktionieren soll es aber mit allen PC Spielen.

Und auch sonst sollen keine proprietären Techniken verwendet werden. Bei allen Anschlüssen des Project Shield handelt es sich um Standartanschlüsse. Neben dem integrierten Micro-HDMI-Anschluss bieten ein Micro-USB-Port, ein Micro-SD-Karten-Slot und eine Klinkenbuchse für Kopfhörer weitere Anschlussmöglichkeiten. Die verbauten Mittelton-Lautsprecher sollen durch eine neue Bassreflex-Technik für kraftvolle Töne sorgen.

Project Shield

Der Lithium-Ionen-Akku soll 38 Wattstunden speichern können und somit bei Spielen eine Akkulaufzeit von 5 – 10 Stunden bieten. Im reinen Video-Betrieb sollen sogar 24 Stunden Dauerbetrieb möglich sein. Neben WiFi ist auch ein 4G-Modul integriert, das die mobile Internetgeschwindigkeit im vergleich zu 3G massiv erhöht.

„Das ist das Ergebnis von 5 Jahren Arbeit“, Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang.

Nvidia’ Project Shield befindet sich derzeit noch in der Beta-Phase der Entwicklung. Bei dem vorgeführten Modell handelt es sich noch um einen Prototyp. Zum Preis hat sich das Unternehmen noch nicht geäußert. Auch für die Markteinführung der neuen Mix-Konsole wurde noch kein genauer Termin genannt, allerdings wird das zweite Quartal 2013 angepeilt. Sowohl der Name als auch das Design der portablen Controller-Display-Kombination können sich bis dahin noch ändern.

Was haltet ihr von der Tegra Konsole!? Eine echte Alternative zur Konsole!? Teilt mir eure Meinung in den Kommentaren mit :)

[Quelle]